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Nützliche Infos

Wie entstand der Feistritzer Faschingsrat und seit wann gibt es diesen eigentlich?

Fasching hat es in Feistrtitz/Drau – wie in anderen Orten auch – schon immer gegeben.
Der örtliche Verschönerungsverein unter seinem Obmann, Groß Fritz, organisierte immer wieder prächtige Umzüge, die immer unter einem bestimmten Motto standen.

Fritz Groß besorgte dann die passenden Kostüme beim Stadttheater Klagenfurt, seine liebenswerte Frau verwaltete diese, organisierte die Verleihung, legte Hand bei Näharbeiten an. An die 100 Kostüme wurden bei diesen Umzügen verwendet, der Arbeitseinsatz war dementsprechend. Dabei wurde das Ehepaar Groß tatkräftigst von Novak Cilli unterstützt.

Und diese beiden, Novak Cilli und Groß Fritz, waren es auch, die die ersten Kontakte zum österreichischen Vizepräsidenten und Kärntner Landespräsidenten des BÖF (Bund österreichischer Faschingsgilden) Herrn Dipl. Kfm Lilla Max herstellten.
Mit der Errichtung des Kulturhauses in Feistritz war dann auch die örtliche Voraussetzung für die Abhaltung einer Faschingssitzung gegeben. Doch bis es soweit war, dauerte es noch eine Weile.

Durch die Kontakte von Groß Fritz und Lilla Max wurden die Feistritzer zum Faschingsbeginn 1973 – also am 11.11. – nach Spittal eingeladen. Die zwei Fritze, nämlich Groß Fritz und Hauptmann Fritz, nahmen die Einladung an, fuhren nach Spittal und staunten nicht schlecht, als sie dort die anderen Kärntner Gilden in feschen Gewändern und schicken Uniformen sahen. Doch die beiden „Provinzler“ wurden liebenswert aufgenommen, und Herr Rebernig Viktor von den Klagenfurter Stadtrichtern hatte die Idee:
„Leisten wir doch Entwicklungshilfe“, meinte er, „und führen den Narrenkongress 1974 in Feistritz durch!“

Mit diesem Angebot in der Tasche fuhren Fritz und Fritz nach Feistritz zurück, und nach einer kurzen Beratung schritt man zur Tat. Taxer Fritz – wieder ein Fritz – Hauptmann Fritz und Graf – nein, nicht Fritz – Jakob beriefen für 29.11. die erste, die konstituierende Sitzung ein.

Der Vorschlag von Rebernig Viktor, den Narrenkongress in Feistritz abzuhalten, wurden angenommen. Es wurde eifrigst geplant und, da ja kein Geld vorhanden war, auch ein Bittgesuch an die Gemeindevertretung gesandt. Dieses Ansuchen um Subvention wurde jedoch vom Gemeinderat aus durchaus verständlichen Gründen abgelehnt. Schließlich begab man sich ja auf komplettes, noch dazu närrisches Neuland.
Jedoch Geld musste her, und so nahm der FFR bei der Raika Feistritz Geld auf.

Nun ging es zur Kostümgestaltung. Den Mantel entwarf Mikl Heidi, heute besser bekannt unter dem Namen Kerschbaumsteiner; die Narrenkappe „entwickelte“ Kanzler Hauptmann Fritz. Mit den Entwürfen fuhr man nach Villach zum Scharschön und Moser, wo Mäntel und Kappen genäht wurden. Und beim „SchaMo“ sah man dann auch die ersten Smokings, und allen war klar: So einen Smoking musste man einfach haben.
In neue Gewänder gekleidet und mit prächtigen Mäntel und Kappen ausgestattet, konnte dem Narrenkongress beruhigt entgegengesehen werden.
Doch halt! Man brauchte ja noch ein Prinzenpaar. Fesche Mädels und Burschen gab es in Feistritz genug – und gibt es noch immer – die Auswahl war daher nicht leicht:
Schließlich waren sich alle einig:
Eva-Maria Mayer und Sandriesser Ernst wurden zum ersten Prinzenpaar des FFR gekührt.
Am 3. Februar 1974 war es schließlich soweit – Narrenkongress. Die Villacher Faschingsgilde übernahm die Patenschaft und unter dem Geleitschutz ihres Kanzlers Med.-Rat Dr. Herbert Hinrichs sowie des Bürgermeisters der Gemeinde Paternion Dir. Karl Müller bestiegen Eva-Maria 1. und Prinz Luftikus 1. den Feistritzer Narrenthron.

Der Kongress war ein Bombenerfolg. Ein farbenprächtiger Umzug aller Kärntner Gilden, ein grandioses Programm begeisterten die Feistritzer Bevölkerung. Zum ersten Mal konnte man in Feistritz Gardemädchen sehen; logisch, dass die Augen vor allem der männlichen Bevölkerung immer größer wurden.
Nach diesem erfolgreichen Auftakt war die Bevölkerung auch auf die erste eigene Faschingssitzung des FFR neugierig. Diese fand dann am 16. Feber im überfüllten Kulturhaus statt und war ebenfalls ein großer Erfolg.

(Auszug aus „Zum Bledsein braucht man Hirn“ von Hans-Werner Stuppnig)